Zurück in analoge Zeiten

Manchmal bin ich ja schon ein bißchen oldschool. Obwohl ich Medienwissenschaften studiere, bin ich kein Freund von „überall-im-Netz-sein“ und Smartphones und – am allerschlimmsten – Netbooks. (Warum würde man sich freiwillig so ein winziges Gerät vor die Nase stellen? Mein Laptop mit 13 Zoll ist ja schon nicht riesig. Aber was kleineres würde ich mir freiwillig nie antun!)
Dabei liebe ich ja das Internet. Es eröffnet ungeahnte Möglichkeiten in jeder Hinsicht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mir Radio-Playlisten ausdrucken ließ, um zu sehen, was wann gelaufen ist. Das war meine erste Erfahrung mit dem Internet.

In den Jahren 1998 und 1999 gab es noch so etwas Feines wie den Einslive-Partyservice im Radio. Samstags abends ab 20 Uhr gab’s elektronische Musik vom Feinsten – und ich liebe ja elektronische Musik. Irgendwann zu der Zeit muß mein Interesse für Drum&Bass und Freunde geboren sein und weil damals alles noch so herrlich oldschool war, habe ich mir Mixtapes aufgenommen.
Kennt das noch wer? Man sitzt wie ein Junkie vorm Radio und hat den Finger auf der Record-Taste des Kassettenrecorders, um nur ja keinen Fitzel von begehrenswerten Liedern zu verpassen.
Ich hab meine Mixtapes geliebt. Ich wußte auch genau, was wo drauf war.
Damals gab’s wirklich noch keine digitalen Möglichkeiten oder Radio-Webplayer, um das anders zu bewerkstelligen. Damals hatte ich noch einen Discman und einen Walkman. Und es ist bloß 13 Jahre her…

Jedenfalls hat das Internet mir bei manchen Tracks auch nicht mehr verraten, worum es sich handelt, und diese Tracks habe ich dann irgendwann aufwendig digitalisiert mit Bandrauschen, Knirschen und allem Drum und Dran. Beschriftet habe ich sie mit irgendwelchen Phantasienamen – bei einigen wußte oder ahnte ich auch zumindest Interpret oder Titel.
Und jetzt, 13 Jahre später, gibt’s nette Programme wie Shazam, die es möglich machen, Lieder vom bloßen Anhören zu erkennen. Gestern Abend spuckte es mir dann plötzlich zu einem dieser alten Lieder einen Namen aus: Dreaming your dreams von Hybrid. Erstaunlich, wieviel Bass dieses Lied hat, wenn es nicht von einer Analogkassette aufgenommen wurde …

Dank Internet habe ich ein Lied gefunden, dessen Namen ich 13 Jahre lang nicht kannte. Und bin damit auf einen Interpreten gestoßen, der man sich dringend mal genauer anhören muß. Sehr dringend. Für mich ist das die perfekte Begleitmusik zum Schreiben!

Update Mittwoch Abend: Jetzt bin ich süchtig. Verdammt, ist das genial. Laut Wikipedia werden Hybrid mit Massive Attack und Underworld verglichen. Ich weiß, wieso… 😉
Anspieltips: The Formula of Fear, Blackout, Dreaming your dreams, Empire, Every Word… für den Moment zumindest!

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