Verhandlungssache

Gar nicht so leicht, einen Showdown zuende zu bringen, wenn man noch nicht weiß, wie. Man stelle sich vor, daß in einem Auto ein Geiselnehmer und sein Opfer sitzen, alles ist von Polizei umstellt, aber der Geiselnehmer läßt nicht mit sich verhandeln. Gar nicht. Es bewegt sich einfach nichts.
Was dann? Das habe ich mir heute überlegt. Ich mußte es zu einem guten Ende bringen. Und sei es, daß der Unterhändler eine Schußwaffe bekommt und dem Geiselnehmer auch schon mal ins Gesicht sagt, daß er seine Forderungen vergessen kann.

Ich ging zu Christopher und den übrigen Kollegen und sagte: „Er stellt sich stur. Er will sie nur freilassen, wenn wir ihm zusichern, daß er nicht ins Gefängnis muß.“
Christopher warf mir einen Blick zu, der verriet, daß er das für absurd hielt. „Na und? Kriegt er nicht.“
„Das Problem ist aber, daß er vielleicht mit dem Messer Katies Oberschenkelarterie getroffen hat. Sie verliert wahnsinnig viel Blut. Wir haben nicht ewig Zeit. Soweit ich das sagen kann, hat er nur das Messer. Erschießen kann er sie nicht. Er läßt auch nicht mit sich reden. Ich hatte noch nie mit jemandem zu tun, der sich so stur stellt.“
„Dann Zugriff“, sagte einer der Kollegen.

Die Situation ist schwierig und brandgefährlich. Andrea hat nicht dieselbe Zeit wie sonst, weil Katies Uhr tickt. Aber ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und sie ist zu absolut allem bereit, um Katie zu retten. Schließlich ist das Mädchen wie eine Tochter für sie.

Letzter Satz für heute: Daß ihre Töchter dazu einmal in der Lage sein könnten, hatte sie wohl nicht erwartet.

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