„Überarbeitest du während des Schreibens oder erst danach?“

Schreiben und überarbeiten sind zwei völlig getrennte Paar Schuhe. Wenn ich schreibe, dann (er)lebe ich eine Geschichte, stelle sie mir vor, tauche ein und erzähle sie dann für den Leser. Wichtig ist, daß diese Geschichte funktioniert, daß sie realistisch und lebhaft ist, in sich geschlossen und logisch.
Bin ich mit dem Schreibprozeß, den man dann eher Erzählprozeß nennen sollte, fertig, mache ich die Geschichte zu und schaue sie mindestens sechs Wochen lang nicht mehr an.

Erst dann hat es für mich einen Sinn, sie zu überarbeiten, denn erst dann habe ich den nötigen Abstand, um sowohl inhaltliche Fehler zu sehen als auch stilistische Verfeinerungen vornehmen zu können. Versuche ich gleich beim Schreiben, alles in nobelpreisverdächtige Ausdrücke zu gießen, stehe ich mir nur selbst im Weg. Das sollte später kommen.

Es gibt nur eine einzige Ausnahme: Den, das die Geschichte nicht funktioniert. Wenn ich mittendrin merke, meine Handlung ist Unfug, hat es keinen Sinn, die fortzuführen. Dann wird erst überarbeitet und danach weitergeschrieben.
Aber das ist wirklich die Ausnahme.

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