The NaNoWriMo Experience

Ich muß wieder regelmäßiger bloggen. Dumm nur für ein Blog übers Schreiben, wenn man nichts übers Schreiben berichten kann.
In Bezug auf den November stimmt das nicht ganz, denn ich habe den NaNoWriMo mitgemacht. Und das, obwohl ich letztes Jahr dessen Existenzberechtigung noch in Frage gestellt habe.
Völlig zu recht übrigens!

Ich habe überhaupt bloß mitgemacht, weil ich etwas brauchte, um mich zu motivieren. Mit meiner Thriller-Reihe hänge ich immer noch in der Luft, die Agentursuche läuft. Auch eine Manuskriptprüfung läuft.
Aber schon ewig, und Ungewißheit nervt. Solange nichts entschieden ist, kann ich mich nicht unvoreingenommen an die Thriller-Reihe setzen, und das, obwohl ich schon eine neue Idee habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wollte eine reine Spaßgeschichte, nur für mich und meine Schublade, im November schreiben. Denn wie ich ja im letzten Jahr schon festgestellt habe, könnte ich in einem Monat das doppelte Pensum schaffen.
Also habe ich geplant und mich in Vorfreude gesuhlt, ungefähr den halben Oktober lang. Ich habe Tage gezählt, um endlich anfangen zu können. Konnte es kaum erwarten.
Und dann, pünktlich am 29. Oktober, verließen mich Lust und Inspiration.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Geschafft habe ich den NaNo trotzdem. Aber es ist nicht das draus geworden, was draus hätte werden können.
Meine Lehre daraus: Ich werde nie, nie wieder künstlich auf irgendein Datum warten, um mit dem Schreiben anzufangen. Daß das schiefgehen muß, hatte ich vor einem Jahr schon vermutet: „Meine Inspiration hält sich nicht an den Kalender.“
Nee, tut sie auch nicht! Sie hat den Oktober über in mir getobt und rechtzeitig vor Beginn gesagt: Nö, jetzt will ich nicht mehr. Jetzt kannst du mich mal.

Tatsächlich habe ich das alles nur durchgezogen, weil es mir jetzt zu peinlich gewesen wäre, zu scheitern. Aber das ist ein schlechter Grund. Die 60.000 Wörter, die dabei rumgekommen sind, haben nur mäßig Spaß gemacht.
Ich habe auch festgestellt, daß ich den Austausch mit anderen nicht mehr brauche. Früher hätte ich alles dafür gegeben, aber heute nicht mehr. Ich habe meinen Mitstreitern im Tintenzirkel fasziniert dabei zugeschaut, wie sie sich über das Schreiben ausgetauscht haben, ohne etwas dazu beitragen zu wollen oder zu können.

Ich habe fasziniert dabei zugeschaut, wie Menschen 20.000 Wörter am Tag schreiben. Ich zitiere mich selbst aus dem Forum:

Ich schreibe seit vielen, vielen Jahren sehr regelmäßig und habe festgestellt, daß ein realistisches Pensum, bei dem man noch keinen Müll schreibt, für mich bei etwa 4000 Wörtern liegt. Das ist nicht wenig, wie ich hier festgestellt habe. Soviel kann ich dann auch immer liefern, das ganze Jahr über. Es gibt sogar auch Ausreißer, bei denen auch ich mal 10 oder 11k schaffe. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Tag, wo ich nur geschrieben habe, unterbrochen von zweimal kurz Uni und einmal essen. Von Bett bis Bett nur schreiben, und die Pausen waren total wichtig. Aber k.o. war ich noch zwei Tage später.
Und ich KANN mir nicht vorstellen, wie man mehr schaffen kann. Mit Katheter? Pipeline vom Kühlschrank in den Magen? Im Bunker?
Vor allem: Wo bleiben da Spaß und Qualität? Ich weiß, um Qualität geht’s hier nicht wirklich, sondern um Spaß. Aber wissentlich, ich sag’s mal so, Schrott zu produzieren, bringt mir jetzt keinen Spaß.

Es bringt mir auch keinen Spaß, wer weiß wie schnell fertig sein zu wollen.
Ernsthaft, was soll das alles?

Unterm Strich kann ich behaupten: Letztes Jahr habe ich mich in Mutmaßungen über den NaNo ergangen. Dieses Jahr habe ich sie bestätigt. Inzwischen weiß ich, wovon ich rede, und ich werd’s nicht mehr tun. Allen, die diesem Programm etwas abgewinnen können, sei es gegönnt.
Aber ich hake das Thema für mich ab und widme mich jetzt ganz ernstgemeint der Neuauflage meiner Endzeitgeschichte, die ich gerade geplant habe.

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