Mord in der Kleinstadt

Nachdem ich meine Charaktere aus „Die Seele des Bösen“ bereits vorgestellt habe, ist es doch jetzt mal an der Zeit, ein wenig in die Ereignisse einzutauchen, mit denen sie es im Reihenauftakt „Finstere Erinnerung“ zu tun bekommen.
In Waterford geht eigentlich alles seinen gewohnten Gang: Sadie und ihr Kollege Phil fahren zusammen Streife, verteilen Strafzettel und haben ein Auge darauf, daß alles ruhig und friedlich ist.

Die beiden fuhren weiter und nahmen einen heruntergekommenen mexikanischen Imbiß unter die Lupe, vor dem öfter Drogendealer gesehen wurden. Tatsächlich hielten sich unter der Markise drei zwielichtig wirkende junge Männer auf, so daß Phil in der Nähe parkte und langsam und entspannt ausstieg.
„To protect and to serve!“ rief einer der Jungs ihnen zu. Auch Sadie stieg langsam aus.
„Hey Jungs“, sagte Phil. „Was geht ab bei euch?“
„Bei uns?“ fragte ein anderer. „Nicht viel. Wir chillen ein bißchen und gleich gibt’s was zwischen die Beißer!“
„Kann man hier gut essen?“ erkundigte Phil sich.
„Aber ja, Mann! Die Hütte sieht schäbig aus, aber wir wollen die Bude ja auch nicht mieten!“ Der Halbwüchsige lachte.

Ungefähr so sieht ein normaler Arbeitstag für Polizistin Sadie Scott aus. Wie ich ja an anderer Stelle schon erzählt habe, ist sie eine eigentlich völlig überqualifizierte, aber nichtsdestotrotz zufriedene Streifenpolizistin. Die Möglichkeit, beim FBI zu arbeiten, schiebt sie noch ein wenig vor sich her.
Aber nicht mehr lange. Denn als eine tote Familie gefunden wird, ist plötzlich alles anders …

„Wir sehen uns das an“, sagte Phil, während Sadie sich langsam umdrehte und zu dem Haus hinüberstarrte. Es lag dunkel da, ein Baum stand gleich davor neben der Auffahrt.
Genau wie damals bei ihr zu Hause.
Wie ferngesteuert ging sie los, hörte gar nicht auf das, was Phil mit der Familie besprach. Vor der Garage der Blooms parkte ein Familienvan. Bevor Sadie die Auffahrt betrat, tastete sie nach ihrer Taschenlampe und der Waffe. Die Haustür stand noch zur Hälfte offen, deshalb genügte ein leichter Tritt. Lampe und Waffe hielt Sadie mit ausgestreckten Armen vor sich und hielt instinktiv die Luft an, um nicht ihren eigenen Atem zu hören.

Sie konnte nicht warten. Es war ihr unmöglich. Obwohl sie es besser wußte, hing sie dem Gedanken nach, daß sie vielleicht noch jemanden finden würde. Lebend.
Doch alles war totenstill. Sadie überlegte, aber dann entschied sie sich, nach einem Lichtschalter zu suchen. Mit rechts hielt sie immer noch die Waffe vor sich, während sie mit der anderen Hand die Taschenlampe festhielt und nach einem Lichtschalter tastete. Neben dem Türrahmen wurde sie fündig, das Licht im Flur flammte auf.
„He, was machst du denn?“ fragte Phil von hinten. „Jetzt warte gefälligst auf mich!“

Doch im Gegensatz zu Sadie hat Phil keine Ahnung, was die beiden finden werden. Es ist blutig und grausam – und es weckt Sadies Entschlossenheit …

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