Krisen und Hoffnungen

Inspiration ist ein gemeines Wesen. So unberechenbar.
Da arbeitet man wochenlang auf eine bestimmte Szene hin und wenn es dann endlich soweit ist, fühlt man sich plötzlich nicht mehr in der Lage, sie auch wirklich aufzuschreiben.
Ob das eine Frage der gesteigerten Erwartungshaltung ist? Gut möglich. Ich habe jedenfalls den Stier bei den Hörnern gepackt und es trotzdem hingeschrieben. Morgen muß ich dann mal sehen, ob es auch gut geworden ist.
Dabei ging es nicht um diese Szene, aber die ist auch wichtig:

Sienna vergaß fast zu atmen. „Hat er noch lang gelebt?“
„Nein. Der Schock und der Schmerz waren zu groß, als …“
„Nein!“ schrie Sienna und hielt ihm abwehrend die Hand entgegen. „Nein. Sagen Sie es nicht.“
„Warum nicht?“ fragte Carson. „Sie wollen doch sonst immer alles so genau wissen.“
„Aber nicht das“, sagte Sienna. „Ich muß nur wissen, ob er lange leiden mußte.“
Carson kniff die Augen zusammen. Er musterte Sienna genau, warf einen Blick auf Billys Foto und schloß die Augen. Dann sah er sie wieder an.
„Ich hätte wissen müssen, wie einfach es ist“, sagte er. „Du bist die Schwester, nicht wahr?“
Sienna starrte ihn an. „Der Junge hieß Billy Bower. Mein Name ist Sienna Bower, wenn Sie sich erinnern.“
Ein breites Grinsen stahl sich auf Carsons Gesicht. „Natürlich. Heute sind Sie fünfundzwanzig. Das paßt.“ Er begann, hysterisch zu kichern.

Das Gespräch nimmt kein gutes Ende. Sienna erleidet beinahe einen Zusammenbruch und das Verhör wird abgebrochen. Zwar wollte sie immer wissen, wie ihr Bruder gestorben ist, aber die grausame Wahrheit wirklich zu hören, belastet sie doch sehr.
Gleich muß ich mich erst mal hinsetzen und noch den Rest der Geschichte plotten, viel kommt ja nicht mehr …

Letzter Satz für heute: Sie wußte nur, daß es sich nicht unangenehm angefühlt hatte.

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