In der Hitze der Nacht

Ich wußte nicht, daß sich knapp 20 Grad so warm anfühlen können. Aber es ist auf eine widerwärtige Weise schwül und irgendwie war es um meine Konzentration heute nicht sonderlich gut bestellt. Durchsetzt von Vorbereitungen für die morgige Fahrt nach Köln habe ich versucht, mich irgendwie wieder in die Szene von gestern einzufinden, die ich ja nun unbedingt noch weiterschreiben mußte.
Aber was erzählt man eigentlich, wenn Geiselnehmer, Geiseln und Verhandlungsführer auf eins warten – das Fluchtfahrzeug?

Joshua spielte auf Zeit. Er spürte, daß Dave nicht sonderlich gesprächig war, deshalb ließ er ihn in Ruhe. Auch mit uns sprach er wenig. Ich fand es jedoch beruhigend, daß er in der Nähe war und wußte, daß das auch der Grund für seine Anwesenheit war.

Es war sehr lange sehr schwierig, sich da einzufinden. Als es dann vorhin ein ganz klein wenig kühler wurde und ich die erste Mücke erschlagen hatte, ging es dann plötzlich. Der Geiselnehmer hat sich jetzt abgesetzt und nervt die Polizei deshalb mit der Notwendigkeit einer Rasterfahndung, aber fürs Erste gibt es ein Happy End – das ich am Samstag ganz genüßlich wieder zerstören werde, denn das ist kaum überstanden, als es einen Anruf aus Norwich gibt. Und der bringt keine guten Nachrichten für Gregory und Andrea.

Im Augenblick lausche ich auf das gleichförmige Nagegeräusch unseres putzigen kleinen Zwerghamsters Brain, der auch als Holzvernichter bekannt ist. Brain stopft sich nämlich solange sein Haus voll, bis er da selber nicht mehr reinpaßt oder rauskommt – und weil man sich ja die Tür selbst zugebaut hat, muß man die Rückwand wegnagen, um wieder rauszukommen.
Logisch, oder?

Bin mal gespannt, ob mein bei diesen Temperaturen ein Auge zumacht. Ich habe da meine Zweifel.

Letzter Satz für heute: „Ich bin so froh“, sagte er und küßte mich auf die Stirn. „Meine Güte …“

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