Respect your Characters

Gestern Abend mußte ich an etwas denken, das ein Probeleser zu mir sagte, nachdem er die erste Geschichte von mir gelesen hatte.
„Du behandelst deine Charaktere immer mit so viel Respekt. Die wirken richtig echt.“
Hm, dachte ich. Ist das so? Ich behandle meine Charaktere respektvoll und deshalb wirken sie lebendig?
Das ist nicht normal?

Nein, anscheinend ist das nicht normal. Seitdem habe ich mal bewußt darauf geachtet, wie andere Autoren mit ihren Charakteren umgehen. Manchmal ist es tatsächlich so, daß Autoren ihre eigenen Charaktere nicht ernst nehmen. Sie legen ihnen dämliche Dialoge in den Mund und lassen sie bescheuerte Dinge tun. Prämisse bei allem: Es ist ja nur eine ausgedachte Figur.
Und das ist bei mir tatsächlich anders. Ich nehme meine Charaktere immer genau so ernst, als würden sie tatsächlich existieren. Ich suche mir reale Vorbilder und zeichne sie. Ich entwickle sie auch während des Schreibens über die Geschichte hinweg.
Ich habe aber auch keine Schwierigkeiten damit, mir Charaktere auszudenken. Schreibratgeber widmen dem Thema ganze Kapitel und auch in Autorenforen ist Charakterentwicklung ein großes Thema. Man soll sich Menschen im näheren Umfeld ansehen und sich von ihnen inspirieren lassen, heißt es da.
Mal vorsichtig gefragt: Darauf kommt man nicht von selbst?

Ich könnte jetzt nicht mal behaupten, daß ich es selbst bewußt genauso mache. Ich hab mir jetzt nicht gedacht „Jack bekommt Eigenschaft xy von z“. So läuft das irgendwie nicht. Ich denke mir am Anfang nur aus, daß er ein Spaßvogel sein soll.
Der Rest kommt von selbst. Er gibt sich selbst eine Stimme, legt sich selbst auch Unfug in den Mund, wenn er gerade einen Dialog mit jemandem führt. (Auch Dialogschreiben soll schwierig sein, hab ich gelesen.)

Ich hab ja den Verdacht, andere Autoren gehen da viel zu verkrampft ran. Planen zuviel. Und ich bin auch ehrlich der Meinung, daß das alles gar nicht klappen kann, wenn man seine Figuren selbst nicht ernst nimmt und sie dementsprechend beschreibt.
Wie soll denn der Leser sie dann für lebendig halten?

Kreatives Chaos

Es ist immer fatal, wenn man zuviel zu tun hat. Bzw. die Auswahl zu groß ist.
Eigentlich hatte ich mir für die Semesterferien vorgenommen, zu überarbeiten. Die „Knights of Truth“ wollen noch mal begutachtet und überdacht werden. Damit habe ich inzwischen auch angefangen und festgestellt, daß inzwischen tatsächlich eine lesbare Geschichte draus geworden ist. Sogar mehr als das. Inzwischen bin ich endlich mal zufrieden damit!

Davon abgesehen eignen sich Ferien aber auch hervorragend dazu, mal so richtig auf den Putz zu hauen und zu schreiben, bis der Arzt kommt. Ich weiß nicht genau, wie günstig ich es in dem Zusammenhang finden soll, daß ich ausgerechnet zwei Ideen auf einmal habe. Die, die chronologisch gesehen als erste dran wäre, ist nur leider die fragmentarischere von beiden.
Prima.
Nach tagelangem Hickhack habe ich mich jetzt dazu entschlossen, den erst mal zu überspringen und mit – Achtung – Teil 7 weiterzumachen. Dieses Arbeits-Chaos muß mal aufhören hier. Kein normales Autorenhirn kann gleichzeitig eine Geschichte überarbeiten und zwei andere plotten. Deshalb liegt der sechste Teil jetzt erst mal auf Eis. Darum kümmere ich mich, wenn der Rest erledigt ist.

Und worum geht’s eigentlich in den neuen Teilen?

Teil 6: Konzept

Andreas Freundin Sarah ist mit ihrem Freund James nach Schottland gezogen. Als die beiden zu Besuch nach Norwich kommen, explodiert am Flughafen eine Autobombe. James fällt ins Koma und Sarah erwacht kurz darauf mit massiven Erinnerungslücken: Die letzten zwei Jahre sind aus ihrem Gedächtnis gelöscht, an James hat sie keine Erinnerung.
Christopher, der in diesem Fall ermittelt, verliebt sich in Sarah und sie erwidert nach anfänglichem Zögern seine Gefühle. Doch dann stirbt James – und Christopher wurde noch in seiner Nähe gesehen.
Er taucht unter, weil er sich keinen Mord in die Schuhe schieben lassen will und bittet Andrea, herauszufinden, was wirklich dahinter steckt. Hat James ein Doppelleben geführt?

Teil 7: Konzept

In Birmingham taucht die verstörte und verwahrloste siebzehnjährige Katie auf, die vor acht Jahren zusammen mit ihrer Schwester verschwand. Mehrere Psychologen und Sozialarbeiter versuchen, dem Mädchen irgendetwas über ihr Verschwinden und den Verbleib ihrer Schwester zu entlocken, doch sie erhalten nicht die geringste Reaktion. Klar ist nur eins: Katie wurde jahrelang gefangengehalten und mißbraucht.
Die Fallanalytiker wenden sich an Andrea, die aufgrund ihrer eigenen ähnlichen Erfahrungen leichter Zugang zu Katie finden könnte. Andrea nimmt das Mädchen mit nach Hause und versucht geduldig, einen Zugang zu ihr zu finden, was ihr schließlich auch gelingt.
Unwissentlich bringt sie sich damit jedoch in Gefahr, denn Katies skrupellose Entführer wollen sie zurück…

Fall gelöst, alle… unglücklich?

Was mich an vielen Thrillern stört: Das abrupte, wahlweise dick aufgetragene und unrealistische Ende. Einmal habe ich von einem strahlenden Helden gelesen, der die verschleppte Frau rettete und sie in den Armen hielt, während man von fern die Sirenen des Krankenwagens hörte. Buch Ende.
Schön auch: Traumatisierte Frau schafft es, dem Killer zu entfliehen (und zwar auf haarsträubend unrealistische Weise) und liegt hinterher total glücklich im Krankenhaus, ohne erahnen zu lassen, daß sie fast massakriert worden wäre.
Aber klar!!

So einen Murks spare ich mir lieber, obwohl ich ahne, warum andere Autoren keine Lust haben, am Ende zu arbeiten. Das ist nämlich anstrengend und nervig.
Das erste Mal habe ich mich damit so richtig bei „Am Abgrund seiner Seele“ auseinandergesetzt. Mir war da nicht nach Happy End. Es gab auch keinen Grund für ein Happy End. Nur: Wie schildert man das alles? Weglassen wollte ich es nicht. Für den Anfang habe ich alles aufgeschrieben – den Weg zum Krankenhaus, die Ereignisse dort, die Ankunft zu Hause und einen unvermeidlichen Alptraum nachts.
So wird das auch alles gewesen sein – nur: Das war furchtbar deprimierend. DAS will ja nun auch keiner lesen. Ich habe das anfangs alles bis zum (bitteren) Ende ausgefochten und irgendwann gemerkt: Nee, so geht das nicht. Also kam der Rotstift und es wurde alles auf ein Minimum zusammengestrichen und gekürzt – auf ein Fünftel, um genau zu sein.
Die Crux: Jetzt habe ich das Gefühl, es ist ein wenig zu kurz, aber jedes zusätzliche Element wäre eben wieder ungewollt deprimierend.
Interessant wohl, daß ich schon die Rückmeldung bekommen habe, daß gerade die psychologische Aufarbeitung nicht nur etwas Neues, sondern auch sehr interessant sei.

Eine schöne Möglichkeit, die ich auch genutzt habe, ist natürlich, das alles in die Fortsetzung zu verlagern. Am Anfang der „Knights of Truth“ wird schnell klar, daß Andrea eben doch nicht so gut mit den Geschehnissen zurechtkommt, wie sie selbst gern hätte. Da wird dem Ganzen noch etwas Raum gegeben.
Ähnlich sieht das aus bei „Ihre innersten Dämonen“ und dem „Yorkshire Infant Ripper“. Der Vorgänger ist immer noch Thema im Nachfolger, zumindest am Rande. Und der „Yorkshire Infant Ripper“ selbst bekommt auch das Ende, das ihm zusteht. Der Fall ist gelöst, aber es gehen eben nicht alle einfach nach Hause und tun so, als wäre nichts gewesen.

Im Frühstücksfernsehen war der vergangene Abend dramatisch aufgebauscht worden. Die Journalisten kreisten ums Polizeirevier wie die Geier ums Aas. Jeder wollte eine Stellungnahme erhaschen.
Doch es wurde scharf geschossen. Die Polizei wurde dafür kritisiert, daß sie bislang nicht in der Lage gewesen war, den Täter zu stellen. Wir Fallanalytiker wurden dafür kritisiert, daß wir es nicht geahnt hatten.

So kann es auch gehen. Davon abgesehen warten zu Hause in Norwich auch noch einige ungeklärte Dinge auf Andrea und Gregory, die alle noch ihren Platz brauchen. Und den bekommen sie auch. Ich höre nicht einfach mittendrin auf.

Willkommen im Chaos

Am liebsten würde ich alles auf einmal können. Korrekturlesen, plotten und etwas Neues schreiben. Aber man kann nicht alles haben.
Gestern Abend überfiel mich plötzlich und unerwartet ein Haufen Kreativität und zwang mich dazu, die Ideen für Teil 5 aufzuschreiben. Und das, wo ich die aktuelle Überarbeitungsrunde von Teil 4 noch gar nicht durch habe.

Überarbeiten ist ganz schön anstregend. Vor allem dann, wenn auf der Checkliste neben den Szenen so nette Anmerkungen stehen wie „mehr Beschreibungen“, „bleibt das?“ oder „alles umschreiben“.
Als ob ich jetzt noch wüßte, was ich mir vor ein paar Wochen dabei gedacht habe! Das ist wirklich gar nicht so einfach. Teilweise sehe ich jetzt gar nicht mehr die Probleme, die ich beim letzten Lesen gesehen habe. Dafür sehe ich jetzt aber ganz andere.
Prima. Sehr zielführend, würde ich sagen.

Ich bin mal gespannt, ob das alles noch was wird … wenn ich im Moment den ersten Teil dagegen halte, denke ich mir: So gut wirst du nie mehr!
Aber das ist wohl Unsinn. Man muß sich nur Mühe geben. Den ersten habe ich fast durch und mußte doch einige Male sehr grinsen, als mir auffiel, wieviele Vorausdeutungen ich da völlig nichtsahnend reingeschrieben habe.
Im Moment drücke ich mich ein wenig vor dem Weiterlesen, denn der große Showdown wartet auf mich. Ich kriege eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

Aber um auf die Vorausdeutungen zurückzukommen: Greg äußerte schon ganz am Anfang sehr skeptisch bezüglich Andreas Berufswunsch. In die Kerbe werde ich nun leidenschaftlich reinhauen. Oder daß es tatsächlich schon in Teil 1 eine Erwähnung des Basketballkorbs über dem Mülleimer gab… ich dachte in Teil 4, den hätte ich neu erfunden.
Das Unterbewußtsein ist doch eine feine Sache.

Gleich werde ich noch ein wenig weiter überarbeiten – ich finde, der Showdown in Teil 4 ist nicht fies genug. Und anschließend muß ich ein wenig recherchieren, was für einen Knacks denn mein neuer Mörder im fünften Teil haben wird. Der Kinderkiller von York oder so.
Grob steht die Geschichte jedenfalls schon. Es wird viel Drama geben, viele Krisen… viel Spannung. Durchdrehende Polizisten, sich prügelnde Brüder (ja, ich rede von Gregory und Jack!) und zerstückelte Leichen. Klingt doch gut, oder?

Typologie der Probeleser

Zum Schreiben gehört auch das Gelesen-Werden. Was heißt hier überhaupt, „es gehört dazu“? Man schreibt doch überhaupt nur, um gelesen zu werden!
Jedenfalls ist das bei mir so.
Ganz wichtig bei der Schreibarbeit sind Probeleser. Aus jahrelanger Erfahrung kann ich berichten: Es ist gar nicht leicht, jemanden zu finden, der seine Sache versteht.

Probeleser Typ 1: Der Jünger. Das ist jemand, der dich allein dafür vergöttert, daß du überhaupt schreibst. Was du schreibst, ist ganz toll. „Hat mir gut gefallen“ ist der liebste, der Standardsatz dieses Probelesers.
Das ist total lieb gemeint … hilft unsereins aber überhaupt nicht weiter. Wenn ich jetzt mal wiedergeben würde, wieviele Leute etwa zur ersten Version der „Knights“ sagten, sie seien „total gut“, würde das peinlich werden. Die Version war nämlich der absolute Schrott!
Also steht man nachher mit einem Müllhaufen von Text da und denkt, er sei „gut“.
Es folgt ein imaginäres Plädoyer für Ehrlichkeit …

Probeleser Typ 2: Der Pingelige. Ich hatte schon mal den Fall, daß ich jemanden darum gebeten habe, bei einer eigentlich fertigen Geschichte nur mal drauf zu achten, ob man die vielen komplizierten Namen sortiert kriegt und ob alles stimmig ist – eine grobe Rückmeldung also.
Was kam drei Tage später zurück? Die ersten fünf Seiten, wo in so ziemlich jeder Zeile ein Verbesserungsvorschlag auftauchte – andere Satzstellung, andere Formulierung und lustigerweise ziemlich irrwitzige Komma- und Rechtschreibvorschläge, die umzusetzen ein fataler Fehler gewesen wäre.
Als ich dann auch noch sagte, daß das so nicht gemeint gewesen sei, war derjenige tödlich beleidigt und hat mein Zeug nie mehr angefaßt.

Probeleser Typ 3: Der Subjektive. Das ist der Typ Leser, der deine Story nur dann mag, wenn sie seine höchstpersönlichen Vorlieben anspricht, ganz egal, wie gut sie nun geschrieben ist.
Was aber viel wichtiger ist: Er mag sie nicht mehr, wenn du etwas schreibst, was ihm nicht gefällt – „ändere das!“
So geschehen zu jedem Moment in den Geschichten, wo Person A sich in Person B verliebt und es zu einer romantischen oder vielleicht sogar zu einer Liebesszene kommt.
„Viel zu schwülstig! Nimm das raus.“
Nun muß ich zu meiner Verteidigung sagen: Ich HASSE Kitsch, aber meine Protagonisten dürfen durchaus mal knutschen oder an der Zeugung ihrer Kinder arbeiten. Manchmal.
Es langweilt nur ein wenig, wenn man nach dem Lesen von seinem Probeleser ein Dokument zurückbekommt, bei dem erwartungsgemäß jede betreffende Passage mit „kürzen“ oder „streichen“ markiert ist und überdies JEDER andere Leser sie als absolut stimmig empfindet. Da wird auch nicht gesagt „ich finde“, sondern „ist so“.
Das kann man auch überhaupt nicht brauchen. Wäre schön, wenn jeder seine Traumata mit sich selbst ausmacht und bitte nicht in meine Arbeit hineinprojiziert!

Probeleser Typ 4: Der Ungenaue. Es soll schon vorgekommen sein, daß ich eine gute Handvoll Rückmeldungen zu einem 500 DIN A 4-Seiten umfassenden Manuskript zurückbekommen habe, von dem ich weiß (!), daß darin ganze Satzteile fehlen. Ich hätte ja nun gern gewußt, wo. Aber die wurden alle nicht aufgeführt – stattdessen kommen Kommentare wie „die Szene am Lagerfeuer war zu lang“.
Typ 4 ist also das genaue Gegenteil von Typ 2 und auch nicht viel erfreulicher. Zumal dann nicht, wenn man vor der Agentursuche um genaue sprachliche Durchsicht spezieller Passagen gebeten hat und dann eine einzige Anmerkung auf 10 Seiten findet, so daß man dann trotz Betriebsblindheit doch alles selbst machen muß.
Aber Ungenauigkeit kann sich auch darin niederschlagen, daß nach Dingen gefragt wird, die 5 Seiten zuvor erklärt wurden.

Probeleser Typ 5: Der Unzuverlässige. Geht doch nix darüber, wenn man jemandem sein Manuskript daläßt und es ein Jahr später unangerührt wieder mitnimmt, weil man keine Lust mehr hat, zu warten.
Dann sagt doch lieber von vornherein Nein.

Denn schließlich ist das Ganze eine freiwillige Sache und wird wohl leider von mir mit nicht viel mehr als einem „Dankeschön“ honoriert – was einem leider manchmal im Halse steckenbleibt 😉

Autorenkoller

Wenn jemand eine Lösung für mein Problem hat, soll er mich bitte informieren!
Wenigstens hat mein Problem einen Namen: Es heißt Vorzeige-Perfektionismus-Koller. Den kriegt man, wenn man mit dem Schreiben fertig ist und sein vollendetes Werk vorzeigt. Nicht Freunden oder so, sondern den Profis.
Seit ich mich auf Agentursuche gemacht habe, plagt mich das. Naja, nicht ganz. Anfangs war es nicht so schlimm.

Aber seit das hier in die heiße Phase geht, bin ich irgendwie arbeitsunfähig. Ich hatte das schon mal, aber trotzdem hab ich jetzt lang gebraucht, um dahinterzukommen.
Es war nicht nur, daß mich die Suche nervös gemacht hat. Mir wurde klar, was los ist, als ich versucht habe, in die Knights reinzugucken. Plötzlich war mir nichts mehr gut genug.
Es gibt auch wirklich einige Stolpersteine in der Geschichte: Der Anfang hinkt immer noch, zuwenig Action und zuviel Gequatsche. Die Szenenübergänge sind teilweise höchstens noch für die Mülltonne geeignet und wenn ich nochmal irgendwo eine tote, indirekte Beschreibung erwische, kriege ich einen Anfall.
Die Probleme sind also ausgemacht.

Nichtsdestotrotz traue ich mich jetzt nicht mal, in den ersten Teil zu gucken. Ich könnte ja irgendwo einen Fehler oder etwas nicht perfektes finden. Oh Gott!!! Aber das soll doch so veröffentlicht werden!

Totale Paranoia. Totaler Unsinn. Wäre ich irgendwann der Meinung gewesen, die Geschichte wäre nicht gut, hätte ich sie nicht weggeschickt und wenn sie schlecht wäre, wäre sie wohl nicht angenommen worden. Soviel ist klar.
Aber ein bißchen Vorzeige-Perfektionismus-Koller muß sein. Anscheinend. Im Moment ist nichts gut genug, als daß es meinen schlagartig explodierten Ansprüchen gerecht werden könnte.

Na toll …

Have a break…

I now officially declare: Pause.

Heute morgen wachte ich mit einem rauhen, schmerzenden Hals auf, schlürfe einen Tee nach dem anderen und hab trotzdem eiskalte Hände und Füße… ja, ich weiß, ich bin eine Frau.
Vielleicht bahnt sich da was an, wer weiß. Vielleicht ist das auch der Grund.
Vielleicht auch nicht. Möglicherweise bin ich einfach nur überarbeitet.

Vorhin öffnete ich jedenfalls die „Knights“ und hab ein bißchen geschmökert, machte dann aber entnervt das Dokument wieder zu und dachte mir: Nee…
Nicht jetzt.
Das Problem ist nämlich, daß ich auf einmal schlagartig nicht mehr gut fand, was da steht, und das ist ja nun irgendwie Unfug.
Ich weiß nicht, was los ist, aber ich höre auf mein Bauchgefühl und mache jetzt einfach eine Pause. Von allem. Ich schreibe nix, ich überarbeite nix, ich gucke auch nicht rein. Bringt ja nicht viel, wenn der Wurm drin ist und sich immer tiefer reinfrißt.

Vermutlich habe ich in letzter Zeit einfach zuviel dran gearbeitet. Ich hab ja auch nur in den letzten zwölf Monaten ziemlich viel recherchiert, geschrieben, geplottet, umgeschrieben…
Anscheinend kann selbst der leidenschaftlichste Autor es irgendwann leid werden. So sieht’s wohl aus.
Ich taufe es Gesamtblockade und gebe jeden Widerstand auf. Basta.

Planlos am Schreibtisch

Es hat einen ganz einfachen Grund, warum ich die letzten Tage hier nichts geschrieben habe: Es gab nichts zu erzählen. Gar nichts. Oder hätte die Welt daran teilhaben wollen, wie ich hier sitze und nichts getan bekomme?
Eben. Aber so ist es.

Ich bin immer noch dabei, mir „Ihre innersten Dämonen“ vorzuknöpfen. Es ist interessant: Mit den ersten beiden großen Abschnitten bin ich total zufrieden. Danach fängt es aber an, holprig zu werden. Ich hatte es schon befürchtet – wer über 80 000 Wörter in 3 Wochen schreibt, KANN ja irgendwann nicht mehr ganz auf der Höhe sein.
Ich verbringe jetzt also die Zeit damit, aufzuschreiben, was ich ändern möchte. Da kommt einiges zusammen, aber das war ja schon beim ersten Teil so. Aus dem wurde auch mal was!
Aber ich werde mir Zeit lassen. Wenn ich diese Sichtung durch habe, fange ich noch einmal gaaanz von vorn an mit den Knights. Umgeschrieben wird später. Geht jetzt sowieso nicht, es sind nämlich weder Inspiration noch Motivation vorhanden. Klar, die habe ich restlos ausgepowert.

Irgendwie ist das nicht so ganz gesund. Erst schreiben wie eine Kranke und dann hier sitzen und den Bildschirm anstarren. Wichtig ist, sich von vorübergehenden Schaffenskrisen nicht ins Bockshorn jagen zu lassen.

Erschwerend kommt allerdings hinzu, daß mich die Agentursuche plötzlich auf dem falschen Fuß erwischt hat. Jetzt warte ich voller Spannung auf Rückmeldung, ob es denn gefällt. Unglaublich, wie irre man darüber werden kann. Das spukt einem so den ganzen Tag durch den Kopf und man denkt: Bin ich gut genug? Nimmt mich wirklich einer? Denn wenn, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Da braucht man Nerven wie Stahlseile. Ungelogen. Es ist ein stetes Schwanken zwischen Hoffen und Bangen und das läßt sich einfach nicht abstellen. Warum war das letztens nicht so? Ich weiß es nicht. Aber lustig ist das nicht.
Es ist schon schwer, sich daneben auf irgendwas zu konzentrieren. Man muß schon ein gehöriger Idealist sein, um sich das anzutun und man muß schon sehr an sich glauben, um sich nicht entmutigen zu lassen.
Aber das sehe ich gar nicht ein!

Feeling like a Zombie

Liebe Mitstreiter, hier eine ernst gemeinte Warnung an euch: Schreibt nicht dauerhaft viel 😉
Ich hab die letzten Tage damit zugebracht, konsequent mehr als mein übliches Pensum zu schreiben. Gestern hab ich es mal eben verdoppelt. Für heute bin ich auch fast fertig, aber im Moment sitze ich hier und kämpfe mit geistiger und körperlicher Müdigkeit. Könnte auch daran liegen, daß das Wetter hier absolut bescheiden ist und es schon den ganzen Tag schüttet. Wetterfühlig bin ich nämlich auch.

Aber ich hab sowas früher schon beobachtet. Wenn ich an einem Tag viel geschrieben habe, wurde es weniger am nächsten. Meistens.
Wenn ich mir jetzt aber angucke, daß seit dem 23.10. mal eben 87000 Wörter ihren Eingang in den noch namenlosen vierten Teil gefunden haben, wundert mich meine Müdigkeit eigentlich nicht. Andere Leute feuern sich für sowas gegenseitig an und brauchen Monatslimits… ich bräuchte eher jemanden, der mich mal stoppt.
Ich könnte mich jetzt in die Ecke legen und schlafen. Mein Hirn fühlt sich an wie in Watte gepackt. Deshalb habe ich auch gestern nichts mehr zum Tagespensum sagen können… geistige Erschöpfung.

Das Schreiben versetzt einen in die merkwürdigsten Zustände. Ich bin ansonsten ein ziemlicher Abstinenzler – ich rauche nicht, trinke fast nie, bin eigentlich völlig langweilig. Mein Suchtverhalten liegt ganz klar im Schreiben. Ich muß es einfach tun. Gestern hab ich nur so viel geschrieben, weil ich heute zur Uni mußte und ja deshalb nicht sofort nach dem Aufstehen weitermachen konnte…
Geringfügig gestört, finde ich.

Heute geht’s früh ins Bett und dann brauch ich mal irgendwie ne Pause…

Blockade!!

Das Grauen hat einen Namen.
Schreibblockade.
Heute Nachmittag lief alles ganz prima. Ich habe geschrieben, es lief auch ganz gut. Als die Szene dann aber ihr Ende erreichte, setzte plötzlich die gefürchtete große Ideenlosigkeit ein. Warum, weiß ich nicht. Auf einmal dachte ich, daß alles, was ich geschrieben habe, Murks ist und ob ich nicht vielleicht alles umwerfen oder es in die Ecke legen möchte.
Die meisten Mitautoren können es sicher bestätigen: Gelegentlich hat man das.

Vielleicht liegt es an den Ungereimtheiten, die ich glaube entdeckt zu haben. Vielleicht liegt es auch daran, daß ich plötzlich riesig große Lust habe, die „Knights of Truth“ zu überarbeiten. Vielleicht auch daran, daß ich denke, zu nah am Vorgänger zu kleben.
Ich weiß es nicht.
Vorhin wollte ich weiterschreiben, aber die Blockade hat sich keinen Zentimeter bewegt.

Ich werde jetzt das tun, was am meisten hilft: Es sein lassen. Wenn es hakt, bringt es nichts, auf Teufel komm raus weitermachen zu wollen.
Ich überarbeite jetzt einfach die „Knights of Truth“. Ist doch gut, daß ich darauf Lust habe!