Characters come to life

Der gestrige Blogeintrag hat mich auf die Idee gebracht, mal etwas Grundsätzliches zum Zeichnen loszuwerden. Denn dabei handelt es sich um einen wichtigen Aspekt meiner Arbeit.

Ich weiß, es gibt einige Autoren, die auch gut zeichnen oder malen können. Allein deshalb, weil ich mal bei einem Wettbewerb mitgemacht habe, in dem es genau darum ging – es galt, eine Fanfiction mit zusätzlichem selbsterdachtem Charakter einzureichen UND diesen auch gezeichnet zu haben. Der Veranstalter Düsterwald Online war damals (2006) der Meinung, das hätte ich prima hingekriegt – Platz 1 im Wettbewerb.

Gezeichnet habe ich immer schon gern. Geschrieben auch. Was ich praktischerweise am besten kann, sind Porträts mit Kohlestiften. Die ersten ernsthaften Gehversuche in dem Bereich habe ich mit 12 unternommen und unregelmäßig, aber kontinuierlich daran weitergearbeitet. Einige Jahre später haben die tollen Charakterporträts von New Line Haus- und Hoffotograf Pierre Vinet mich dazu angestiftet, Zeichnungen der Herr der Ringe-Helden anzufertigen. Abgemalt, aber durchaus nicht zu verachten.

Und dann war es soweit, daß ich mich meinem eigenen Fantasy-Universum zugewandt habe. Schon sehr bald keimte dabei der Wunsch in mir, die Helden, die ich mir ausgedacht hatte, auch mal zu visualisieren. Ganz ohne Vorlage – in diesem Moment. Dabei herausgekommen ist eine handwerklich fragwürdige Skizze.

Allerdings war damit der Grundstein gelegt, um sich mal ein paar Gedanken darüber zu machen, wie meine Helden denn nun wirklich aussehen. Von einigen gibt es alte und neue Versionen, die alten halte ich klugerweise unter Verschluß – aber während meiner Arbeit an der Kristall-Trilogie habe ich in zwei Jahren insgesamt weit mehr als 100 Zeichnungen von so ziemlich jeder erdenklichen Figur angefertigt.
Kayla war eine der ersten:

kaylazeichn

und das ist die zweite Version von Giro, mehrere Dutzend Zeichnungen später entstanden:

girozeichn

Noch etwas später folgte Myron:

myron15

Mein Liebling aus dem Unsterblichen-Epos ist Lelaina:

lelaina

Und in Himmelsfeuer ist es Gileond:

gileond

Eine der besten Zeichnungen aus dem Thriller-Universum zeigt Gregory. Aktuell hängt sie auch über meinem Schreibtisch.

gregory

Man könnte sich jetzt mal den Spaß gönnen und mal versuchen, die Originale hinter den Zeichnungen zu finden. Denn da gibt es Originale. Wie bereits erwähnt, bin ich Filmfreak. Und ich überlege mir immer bei der Konzeption einer Figur, welchem Schauspieler sie ähnlich sieht. Einfach aus dem Grund, weil man ganz hervorragend an Bilder von Schauspielern herankommt. Je bekannter, desto besser.
Das Geheimnis ist, die Zeichnungen so zu modifizieren, daß die Schauspieler tatsächlich nicht mehr als eine Vorlage waren.

Ein kleines Quiz: Wer steckt hinter den gezeigten Porträts? Ideen?
Kayla war mal Leelee Sobieski – soweit ich mich erinnere, stammt die Vorlage aus Jeanne D’Arc.
Giro ist lustig: Christian Bale.
Ich gestehe, Myron weiß ich nicht mehr …
Lelaina ist die Schauspielerin aus Das Parfum, Rachel Hurd-Wood.
Gileond war als einziger kein Schauspieler, sondern entstammte dem Medizinartikel einer Fernsehzeitung.
Und für Gregory stand Henry Cavill Modell. Den kannte ich schon, lange bevor absehbar war, daß er der nächste Superman wird.

Kurios auch: Sowohl für Amy Christine Harrow als auch Katie Archer stand dieselbe Schauspielerin Modell, Imogen Poots aus 28 weeks later. Mehrfach verbraten habe ich seinerzeit auch Heath Ledger, nämlich für Akin und für Marthian. Guckt man sich die beiden an, würde man es nicht vermuten.

Wer mir komplett den Nerv getötet hat, war ausgerechnet Andrea. Ich konnte mich nicht einigen, welche Aspekte ihrer Persönlichkeit man an ihrem Gesicht erkennen sollte. Insgesamt hat es fünf Porträtversuche gebraucht, bis ich eins gefunden hatte, das wirklich wiedergibt, wie sie in meinem Kopf aussieht. Zuerst habe ich es mit Jessica Biel versucht – ausgekommen bin ich bei (nicht schlagen) Kristen Stewart.
Was man aber nicht sieht. Natürlich nicht, das ist auch wieder mal Absicht.

Aber tatsächlich ist es so, daß ich sehr bald nach Beginn der Arbeit an einem neuen Text die Zeichnungen der Charaktere anfertigen muß. Für 2017 müssen unter anderem Sam Worthington, Cillian Murphy und Amy Adams ran. Bald geht’s los.
Nur wohin mit den Zeichnungen, das weiß ich nicht. Meine Sammelmappen sind voll …
Anzusehen gibt’s einiges davon hier.

Endlich wieder Soundtracks

Es gibt hier so allerhand Kleinkram, den ich erledigen möchte, bevor ich mich einem neuen Projekt zuwende. Zwar plane ich daran schon fleißig – dazu morgen mehr – aber hier lagen immer noch unerledigte Soundtracks rum und auch nicht gestaltete Cover. Das geht natürlich gar nicht.

Wie ich festgestellt habe, habe ich irgendwann am Soundtrack von „Das halbe Leben Dunkelheit“ noch etwas verändert. Da drängten sich so perfekt passende Titel auf.

Nun endlich fertig sind aber auch der Soundtrack zu „Blutsbande“:

und der Soundtrack zu „In Flammen“:

Sehr problematisch war mitunter, daß ich recht wenig neue Musik hatte, aus der ich Soundtracks hätte zusammenstellen können. Aber jetzt ist die da, wie man sieht, und sogar für den Soundtrack des 2017-Reboots habe ich etwas beiseite gelegt …
Aber auch dazu morgen mehr!

Wie im Wahn

Daß ich Teil 8 beendet habe, ist jetzt genau eine Woche her. Und wie schon vor einigen Tagen beschrieben, weiß ich Schreibpausen durchaus auch zu schätzen. Aber deren Ende ist immer absehbar. Erst will ich mit dem Schreiben nicht aufhören, dann bin ich doch froh über das Ende – etwa für zwei, drei Tage. Danach fängt die Pause bereits an, mich zu nerven, und spätestens nach fünf Tagen werde ich kribbelig.
Heute war es soweit, daß ich völlig unrastig war und unbedingt irgendetwas schreiben mußte. Ganz egal was. Mangels besserer Idee habe ich mir eine alte Fassung von „Am Abgrund seiner Seele“ geschnappt und angefangen, eine Szene zu schreiben, die es eigentlich auch schon mal gab, die aber im fertigen Roman nicht mehr vorkommt.

Beim Versuch, die Neuauflage von „2017“ zu plotten, ist mir nämlich ein gewaltiges Problem dazwischengekommen: Obwohl anfänglich fest entschlossen, will ich jetzt doch nicht vom Thriller weg. Oder vielmehr von den Figuren. Im Moment könnte ich Gregory und Andrea alle Abenteuer der Welt erleben lassen. Gerade so, als wäre bei ihnen noch nicht genug los gewesen. Und ursprünglich waren sie ja die Helden aus „2017“, was so nicht bleiben kann – nur war es so schön, daß ich es nicht wirklich ändern will.
Ja. Toll. So kommt man weiter. So denke ich mir wirklich effektiv neue Figuren für eine neue Geschichte aus. Echt.

Im Moment kann ich mich für nichts entscheiden. Klar ist nur: Ich will schreiben. Ich muß schreiben. Deshalb werde ich, bis mir etwas Sinnvolles einfällt, einfach mal zwischen „Am Abgrund seiner Seele“ und „Armes reiches Mädchen“ herumschreiben. Ich habe zum Beispiel nie sinnvoll Gregorys und Andreas Hochzeit zu Papier gebracht. Schon einmal, als der Thriller schwachsinnigerweise noch die Fortsetzung der Endzeitgeschichte war. Aber das war dann eben nicht wirklich sinnvoll.

Jedenfalls finde ich es gruselig, daß ich nicht ohne Schreiben leben kann. Geht einfach nicht. Wie geht das bei anderen?!

Frischer Wind im Gehörgang

Es ist mal wieder Zeit für einen Eintrag zum Thema Musik. Das drängt sich so auf, da es aktuell viel für mich auf die Ohren gibt und das ist auch dringend nötig, denn keiner will immer das gleiche Zeug hören.

CD des Monats (mindestens) ist für mich „Oceania“ von den Smashing Pumpkins. Ich bin ja eingefleischter Pumpkins-Fan seit über 10 Jahren und war seinerzeit heilfroh, daß sie dann doch wieder weitergemacht haben. Das letzte Album „Zeitgeist“ knüpfte zwar für mich nicht an die alten Alben an, aber letzten Montag war es endlich soweit, daß die neue Scheibe „Oceania“ im Laden stand. Gut für mich, daß ich noch einen Gutschein hatte.
Jetzt habe ich mir zum ersten Mal seit langem endlich wieder mal eine richtige echte CD gekauft. Das letzte Album dürfte „Heligoland“ von Massive Attack gewesen sein. Jedenfalls das letzte, das ich zum Zwecke des Sammelns erstanden habe. Denn ansonsten reicht mir inzwischen auch ein Digitaldownload – billiger und von der Soundqualität her genauso gut.
Aber da ich von den Pumpkins alles in materieller Form besitze, mußte die „Oceania“ auch dazu. Die sieht auch einfach schön aus. Ich habe sie gekauft, ohne vorher reinzuhören, habe sie dann ins Autoradio geschoben und dann pustete mich erst mal das erste Gitarrenriff vom Sitz. Ganz großes Kino. Bin mit Gänsehaut gefahren und fühlte mich an „Siamese Dream“ erinnert – und nichts Geringeres! Man hört auch nicht, daß außer Billy Corgan von der Originalbesetzung keiner mehr dabei ist.
Tolle Scheibe. Am liebsten höre ich den Titeltrack „Oceania“, gefolgt von „Pale Horse“, „My love is winter“ und „The Celestials“. Und eigentlich allem anderen 😉
Auf jeden Fall ein ganz tolles, empfehlenswertes Album.

Dahinter irgendwie untergegangen ist für mich der „Snow White“-Soundtrack von James Newton Howard. Bisher erst einmal gehört, tönte aber ganz gut.
Soundtracks eignen sich ja schon ganz hervorragend, um beim Schreiben im Hintergrund mitzulaufen. Gerne schlachte ich ja auch Filmsoundtracks für meine eigenen Soundtracks aus. Apropos, davon müßte ich mal wieder welche machen.
Aber kürzlich beim Schreiben habe ich festgestellt, daß es nix bringt, schnulzigen Kram laufen zu lassen, wenn man gerade etwas Spannendes schreibt, und Elektro und Rock eignen sich umgekehrt ganz schlecht für romantische Szenen. Ich brauche immer die passende Musik fürs Schreiben.
Früher habe ich mir dafür Konzept-CDs gebrannt, heute reichen zum Glück Playlisten in iTunes.

Und dann haben zu meinem Erstaunen Linkin Park auch schon wieder ein Album rausgebracht. Reingehört hab ich schon. Die gute Nachricht ist: Es ist besser als das letzte Album. Davon ging fast gar nix. Die schlechte Nachricht ist: Das einzige Lied, das sich wie die alten von früher anhört, ist minikurz. Überhaupt ist das ganze Album mit 37 Minuten minikurz. Und irgendwie frage ich mich, wenn ich mir die Kundenrezensionen bei Amazon anschaue, welche Leute inzwischen Linkin Park hören.
Deren Meinung läuft meiner diametral entgegen! Die finden genau die Lieder gut, wo ich mich frage, ob die noch von Linkin Park sind.
Ja, anscheinend bin ich auch so ein Ewiggestriger, der Linkin Park damals mochte, als die noch Lärm verbreitet haben …

Damit gibt’s keine guten Chancen auf einen Eintrag in meiner Music-Toplist. last-fm ist so cool und freundlich, sowas zusammenzustellen, und ich finde es wenig überraschend, was dabei rausgekommen ist:

The Crystal Method (4.826 Mal gespielt)
Hybrid (3.483 Mal gespielt)
Monster Magnet (3.400 Mal gespielt)
Massive Attack (2.732 Mal gespielt)
Meat Beat Manifesto (2.596 Mal gespielt)
James Newton Howard (2.339 Mal gespielt)
Underworld (2.177 Mal gespielt)
Metallica (2.049 Mal gespielt)
Kasabian (1.935 Mal gespielt)
Depeche Mode (1.792 Mal gespielt)
Queens of the Stone Age (1.245 Mal gespielt)

Merke: Crystal Method geht beim Schreiben IMMER. Hybrid erst recht. Aber die kenne ich noch nicht so lang.

Auch Pausen sind sinnvoll

Das Schreiben begleitet mich sogar, wenn ich nicht schreibe. So zum Beispiel jetzt. Teil 8 hat mich jetzt seit irgendwann im März begleitet, seitdem habe ich ihn schon um- und neugeschrieben und mir darüber graue Haare wachsen lassen.
Deshalb bin ich jetzt wirklich erst mal froh, fertig zu sein. Ich bin, was das Schreiben angeht, schon recht extrem. Ein Tag ist nur dann ein guter Tag, wenn ich etwas geschrieben habe. Normalerweise. Da bin ich auch ziemlich rigoros und es gibt nur wenige Ausnahmen.
Es sei denn, eine Geschichte ist fertig. Dann genieße ich es sehr, mal nicht im Hinterkopf zu haben „du mußt noch schreiben“. Und das, obwohl ich, wenn ich noch schreibe, eigentlich gar nicht damit fertig werden will. Schon alles sehr merkwürdig.

Im Augenblick nutze ich die Gelegenheit, um hier mal aufzuräumen und alles zu erledigen, was liegengeblieben ist. So befinden sich jetzt endlich Leseproben zu „In Flammen“ auf der Homepage und ich helfe meinem Mann beim Schreiben. Zwar „nur“ eine technische Dokumentation, aber er läuft mir grad für Schreibtips und jede Hilfe die Tür ein.
Dabei ist uns aufgefallen, daß man Schreiben mit allem, was dazugehört, nirgends jemals lernt. Bei mir an der Uni gab es wohl eine Schreibwerkstatt, die das Handwerk und das Arbeiten vermittelt, aber das ist dann auch schon alles.
Wenigstens kann ich sagen, daß es normal ist, regelmäßig auch mal eine Pause zu machen. Daß es durchaus normal ist, daß man nicht gleich druckreif schreibt. Wie schwierig und vereinnahmend es ist, sich darauf ganz einzulassen und wieviel Konzentration einem das abverlangt.

Und wieviel es eigentlich ist, wenn ich sage, daß mein gut zu schaffendes und wünschenswertes Tagespensum bei 4000 Wörtern liegt. Nach der Arbeit. Tendenziell trotz Übung inzwischen eher weniger, aber trotzdem versuche ich ja jeden Tag, das zu schaffen. Dafür schaffe ich aber inzwischen auch mehr am Stück, meistens muß ich erst nach 1500 Wörtern eine Pause machen.
Schreiben ist das perfekte Beispiel für den geistigen Zustand des Flow. Man fühlt sich herausgefordert, aber nicht überfordert, und tut etwas, was man gern macht und gut kann.

Das ist schon alles sehr komplex. Und davor steht etwas, mit dem ich mich jetzt wieder befassen werde, nämlich das Plotten. Es gibt eine vage kleine Idee für Teil 9, aber was sich im Moment wesentlich mehr aufdrängt, ist die Neuauflage von „2017“. Obwohl die damalige Version nicht schlecht ist und ich sie sehr gern lese, bin ich nicht zufrieden damit. Sie ist zu lang und zu sehr zur Lovestory mutiert. Ich will jetzt unter einer anderen Prämisse anfangen und vor allem neue Charaktere gestalten.
Daran werde ich mich jetzt begeben, denke ich, und abwarten, wie sich mein neuer Agenturkontakt entwickelt. Denn wenn da ein Okay kommt, habe ich sowieso erst mal sehr viel Überarbeitung vor mir. Aber darauf freue ich mich!

Zeichnen müßte ich auch mal wieder …

Weckruf

Elf Tage später. Irgendwie lief die Umarbeitung noch nicht so richtig an, was aber einen ganz konkreten Grund hat: Da meine Agentin ihre Agentur gesundheitsbedingt aufgeben muß, stehe ich plötzlich (wenn auch nicht unerwartet) ohne Agentur da und muß mich neu orientieren. Ich habe da auch schon eine neue Agentur im Auge, so daß ich dieser Tage etwas in Angriff nehmen möchte, und das motiviert mich unerwartet stark. Vorher hatte ich Angst vor dieser Suchphase, aber nicht jetzt.

Und außerdem ist langes Wochenende (mühsam erkämpft), was sich natürlich hervorragend zum Schreiben nutzen läßt. Blöderweise ist die Plotterei schon wieder so lange her, daß ich mich komplett neu einfinden muß. Ich muß wirklich wieder disziplinierter schreiben und mir Pläne machen. Hoffentlich funktioniert das.
Aber die Zeichen stehen gut, ich habe mein Tagespensum heute geschafft und auch einen neuen Titel für Teil 8 gefunden: „In Flammen“.

Andrea hat an zwei Fronten viel zu tun: Sie muß ihren Profiler-Nachfolger vertreten – darum bittet Christopher sie, weil er sich mit zahlreichen Brandstiftungen konfrontiert sieht und gern ihre fachliche Meinung hören würde. Und auf der anderen Seite weiß Andrea, daß ihr Mann eine Verehrerin hat, die er am liebsten nicht hätte.
Das freut sie alles nicht sonderlich, aber sie will es in Angriff nehmen – nicht ahnend, womit sie es zu tun hat.

„Verteil das Zeug überall“, sagte er zu Rick und deutete auf den Kanister in dessen Hand. Rick nickte und öffnete den Kanister, bevor er herumging und das Benzin überall auf den Möbeln und auf dem Boden verteilte.
„Auch auf dem Kerl“, sagte Dan und wies auf den leblosen Mann.
„Ich muß kotzen“, sagte Tony gepreßt.
„Du wirst einen Teufel tun!“ brüllte Dan. Er stürmte zu Tony und hielt ihm mit den blutigen Händen den Mund zu. „Das wirst du schön lassen, hier deine DNA zu verteilen, du Idiot!“

Rick? Dan? Ja, ganz recht: Da tauchen Charaktere aus den „Knights of Truth“ wieder auf. Eine treue Leserin hat diesen Vorschlag gemacht und ich fand ihn klasse.
Mal sehen, was aus Teil 8 wird. Was aus allem wird. Ich werd mein Schätzchen schon irgendwo veröffentlichen!

Herzblut

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, daß ich in den letzten Monaten irgendwie weder sonderlich kreativ noch produktiv war. Das hatte eine ganze Reihe von – ich nenne es mal so – externen Gründen, die sicher jeder gut nachvollziehen kann. Wenn man seinen ersten Job antritt, ist erst mal alles neu und gewöhnungsbedürftig und man ist mit den Gedanken ganz woanders.
Aber eigentlich bestand das Problem schon vorher. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um dahinterzukommen, was das Problem ist, um es zu lösen. Und da bin ich gerade bei.

Mein Problem ist: Ich kann nicht „einfach nur“ schreiben. So zum Spaß. Für mich. Dabei kommt nur Unsinn heraus. Ich hab früher immer geschrieben mit dem Hintergedanken, daß da irgendwann mal was draus wird. Vor anderthalb Jahren habe ich die Tür meines Künstlerdomizils geöffnet und mich nach draußen gewagt, um in Richtung Veröffentlichung zu gehen. Allerdings hatte ich dabei nicht berücksichtigt, wie schwierig und – das trifft es am besten – ätzend das sein kann. Und daß sich zwischendurch die Frage aufdrängen könnte: Wofür mache ich das hier eigentlich?
Ich habe schon früher festgestellt, daß ich nur gut schreiben kann, wenn ich mir das Ziel möglichst hoch gesteckt habe. Ich produziere nur dann gute Texte, wenn ich das unter dem Gesichtspunkt mache, daß ich sie veröffentlichen will.

Und nun stockt schon alles furchtbar lange, geht nicht voran und wirft bei mir damit die Frage auf: Wo soll es hingehen?
Ich habe versucht, irgendwie weiterzuschreiben, ohne Herzblut reinfließen zu lassen. Selbstschutz also.
Bloß: So kann ich nicht schreiben. Geht nicht.
Also habe ich versucht, wie weit ich komme, ohne zu schreiben.

Ergebnis: Gar nicht weit. Damit geht es mir nicht gut. Wenn ich nicht schreibe, bin ich nicht ich. Dann bin ich unglücklich.
Also habe ich doch wieder versucht, zu schreiben. Irgendwas. Nur um zu sehen, ob es geht.
Aber das hat auch nicht geklappt. Hab ich ja gesehen – Teil 8 gescheitert nach der Hälfte. Ich kann nicht schreiben, ohne mich da selbst ganz reinzuwerfen. Ich muß meine Geschichten leben. Auch, wenn das bedeutet, daß es wehtut, wenn etwas damit schiefgeht. Ohne geht’s nicht.
Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich nicht mehrere Projekte auf einmal bearbeiten kann und warum ich meine Charaktere so ernst nehme, als wären sie richtige Menschen. Anders geht’s nicht!

Einmal dahintergekommen, habe ich mich letzte Woche hingesetzt und zu recherchieren begonnen. Die Stalker-Story aus Teil 8 wird von der Haupt- zur Nebenhandlung degradiert und die Haupthandlung wird nun doch schon die für Teil 9 anvisierte Brandstifter-Kannibalen-Story.
Mit der Umarbeitung habe ich am Freitag begonnen. Und was war? Es fühlte sich gut an.
Mir geht’s gut damit. Und das ist alles, was zählt!

Eichhörnchen auf Crack

Genauso fühle ich mich gerade. Schon die ganze Woche. Warum – ich weiß es nicht. An der Erkenntnis arbeite ich noch. Deshalb habe ich mich hier auch bedeckt gehalten: Ich hatte nichts zu erzählen. Nicht wirklich. Oder hätte jemanden täglich interessiert, wie ich an meinem Tagespensum scheitere?

Warum ist mensch schreibblockiert? Ich hatte gleich mehrere Gründe. Erst mal bin ich wetterfühlig wie meine Oma, so daß der Wetterumschwung mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Darüber hinaus war auch einfach zuviel los, was mich abgelenkt hat. Job- und Verlagssuche sind ziemlich zermürbend, man hängt in der Warteschleife und wartet auf Rückmeldung aus allen Ecken. Das ist der Konzentration nicht gerade zuträglich.

Herumzusitzen und den ganzen Tag Zeit zu haben allerdings auch nicht, denn wenn das der Fall ist, fang ich überhaupt nie mit Schreiben an. Oder erst um zehn Uhr abends, wenn sowieso schon alles zu spät ist.

Außerdem arbeite ich gerade zum zweiten Mal eine Story um, mit der ich mir im Moment spinnefeind bin. „Eine ehrenwerte Familie“ wurde derart umgeplottet, daß sie umbenannt werden wird. Jetzt müßte man nur noch Lust haben, sie auch wirklich umzuschreiben.
Ich hätte aber auch auf nichts anderes Lust …

Hat jemand ein Rezept gegen ADHS bei Autoren?!

Archäologische Grabungen V

Ich habe auch Gedichte geschrieben. „Gedankengänge“ hieß die Sammlung derer, und einige gute Sachen sind durchaus dabei. Das hier ist einer meiner Favoriten.

„Regenwetter“ von 2000.

Im Niesel, wie Nebel, verschwimmt der Horizont
alles Grau in Grau.
Tropfen hängen auf kahlen Zweigen
es sieht fast aus wie Tau.

Als ob der Himmel weinen würde
so sieht es fast schon aus.
In diesem Wetter, wo kaum jemand hinaus mag
hält mich nichts im Haus.

Ganz allein bin ich im Dämmerlicht
im nahegelegenen Wald.
Es riecht frisch nach Erde, Matsch auf den Wegen
mir ist gar nicht kalt.

Die Wolken hängen tief und sind dunkel
in Pfützen fallen Tropfen.
Ringe breiten sich auf dem Wasser aus
daß es nie zuende geht, möchte ich hoffen.

Die nervöse Hektik erlahmt
Ruhe breitet sich aus.
Ich bin allein in der Natur
in der Nähe kein Auto, kein Haus.

Der eintönige Regen
spielt eine eigene Melodie.
es regnet in mein Gesicht
es geht mir gut wie nie.

Tropfen fallen in meinen Mund
mich wird man kaum verstehen.
Aber manchmal ist schön diese Einsamkeit
und auch, allein zu gehen.

Archäologische Grabungen IV

Ich weiß noch nicht so ganz, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll. Es hat seine Momente, aber andererseits schreit alles in mir: Kürzen! Kürzen! Irrelevant!
Es ist der Anfang einer wirklich kurzen Kurzgeschichte, die ziemlich selbstironisch daherkommt und auch einen ebensolchen Titel trägt.

Nummer vier: „… with this smile on your face“ vom 25.5.2000.

Mehr Milch muß rein, sonst ist das eine staubtrockene Pampe. Ohne meine Spezialkräutermischung wäre der Tütenfertigpüree aus dem Supermarkt sowieso nicht eßbar. Gewürze müssen auch noch rein, fällt mir da gerade auf…
Weil ich auf die Schnelle keinen Weg finde, den Rührbesen irgendwo abzulegen, ohne betreffende Stelle so mit Püree zu versehen, stecke ich ihn mir vorne in die Brusttasche meines sowieso schon verdreckten Blaumannes. Vorsichtig nehme ich den Topf vom Herd, natürlich fasse ich die Griffe nicht ohne Handtuch an, das Ding wird ja immer so brüllheiß. Schnell stelle ich ihn auf der Spüle ab und schnappe mir Muskat und Pfeffer. Weil normalerweise nie was rauskommt, hau ich voller Elan auf die Dose und schwupps! lümmelt sich ein Riesenberg Pfeffer im Püree.
„Ach du Scheiße…“ Ich grinse verkniffen und ziehe unsicher die Augenbrauen hoch. Hat ja zum Glück niemand gesehen.
Wenigstens die Kräuter schmecken nicht mehr so intensiv. Hoffe ich zumindest. Ich hab sie ja in den Pott geschmissen, als das Wasser gerade kochte und hab nachher erst die Püreeflocken reingekippt.
Mit dem Muskat bin ich dementsprechend übervorsichtig, und prompt kommt natürlich nichts raus. Als ich nach einer Weile dann doch endlich die gewünschte Menge rausbekommen habe, ist der Püree schon wieder halb kalt.
Genervt rühre ich mehr Milch ein, als mein Vater grinsend hinter mir steht und meint: „Es ist immerhin ein Anfang.“
„Was?“ erwidere ich brummend. „Es funktioniert doch!“
„Jaaaa….“ sagt er gedehnt und bringt die Teller zum Tisch.
Ja prima, denke ich und denke entspannt an meine Kartoffelpüreerettungsaktion, die so aussah, daß ich die Hälfte des Pfeffers wieder rausgeholt und in die Dose zurückbefördert habe…