Endspurt bei den Soundtracks

Sie dümpelten seit Monaten vor sich hin … die Soundtracks der letzten Teile. Gerade ist mir sogar aufgefallen, daß ich den zu Teil 9 auch noch nie gepostet habe, obwohl der schon länger fertig ist. Zustände sind das hier.

Dann wollen wir mal!

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Hat ganz schön lang gedauert, zumal ich ja den Anspruch habe, kein Lied zweimal zu benutzen. Aber ich bastle mir gern Soundtracks zu den Geschichten, indem ich mir Musik suche, die von der Stimmung her paßt. Pro Kapitel ein Lied, das ist der Anspruch. Und es macht Spaß, auch wenn es immer lange dauert … aber heute ist eben Musik-Tag!

Eine nicht ganz unwichtige Triebfeder

Zum Schreiben höre ich Musik, solange ich denken kann. Ich war überrascht, zu hören, daß viele meiner Mitstreiter beim Schreiben völlige Stille bevorzugen.
So geht es mir nun gar nicht. Ich brauche immer etwas, was mich antreibt. Bestenfalls läuft es im Hintergrund, ohne zuviel Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Das ist auch der Grund dafür, weshalb meine Lieblingsband Depeche Mode beim Schreiben leider fast nie läuft – ich muß da immer zuhören und (wenn keiner da ist) mitsingen.

Ein Blick in mein last.fm-Nutzerprofil zeigt deutlich, was hier beim Schreiben immer läuft: http://www.lastfm.de/user/Runaway1985/library
Wenig überraschend ist das hauptsächlich elektronische, etwas minimalistische Musik, gern aus dem Bereich TripHop. All time favourites sind dabei The Crystal Method, deren Musik auch wahnsinnig gern in Film und TV verbraten wird, und Underworld, deren „Born Slippy“ seit Trainspotting eigentlich auch jeder kennt. Massive Attack als die Urväter des TripHop erstaunen da auch nicht wirklich.

Was schon eher erstaunt, ist Platz 2: Hybrid Soundsystem aus Wales. Man kennt sie hauptsächlich als Soundtrackproduzenten. Ich kenne sie seit 1999, als ich nachts im Radio mal „Dreaming your dreams“ von Hybrid mitgeschnitten habe. Allerdings ist es mir in Vor-Shazam-Zeiten nicht gelungen, herauszufinden, worum es sich dabei handelt. Das weiß ich erst seit relativ kurzer Zeit, aber da habe ich dann festgestellt, was ich bislang verpaßt habe!
Einige meiner Mitstreiter habe ich bereits erfolgreich mit Hybrid infiziert. Geht auch ganz einfach, auf der offiziellen Seite kann man reinhören. Anspieltips: Empire, The Formula of Fear, True to Form und Dreaming your dreams.
Perfekte Schreibmusik. Ich sag’s nur. 😀

TripHop ist überhaupt die perfekte Schreibmusik. Entsprechend viel davon findet sich auch in den Soundtracks wieder, die ich mir für jede Geschichte bastle. Jedes Kapitel bekommt ein Lied, das die entsprechende Stimmung transportiert. Gestern erst wieder entdeckt habe ich von Crystal Method „Falling Hard„, ein ganz untypisches und wunderschönes Lied.
Was auch an keinem vorübergehen darf: Noise von Archive.
Wieder ganz anders: Sail von Aim fet. Kate Rogers.
Kürzlich in meinem neuen Lieblingsfilm Man of Steel entdeckt: Seasons von Chris Cornell.
Eine Empfehlung, die ich kürzlich bekommen habe und von der ich nicht mehr die Finger lassen kann: Iron von Woodkid.
Ganz überraschend in meinem Fundus von deadmau5: Telemiscommunications mit Imogen Heap. Seeehr schön, aber leider aufgrund der GEMA … usw.

Was man sich auch mal anhören sollte: Groove Armada, Hexstatic, Sneaker Pimps, Lamb und Way out West. Mal sehen, was exemplarisch für die Bands stehen könnte …
Groove Armada: Think Twice, auch wenn wahrscheinlich jeder At the River kennt.
Hexstatic: Extra Life (man höre mal Vergleich mit I against I von Massive Attack). Wundervoll: Perfect Bird.
Sneaker Pimps: Post-Modern Sleaze. Sehr bekannt: 6 Underground.
Lamb: Gorecki. Für traurige Momente wundervoll: Gabriel.
Way out West: Ultraviolet und Mindcircus.

Was mich daran erinnert, daß ich noch drei Soundtracks bauen müßte …

Der Tod gehört zum Leben

Ab und zu lasse ich Charaktere sterben. Ich weiß nicht, wie es anderen Autoren geht, aber mir fällt das sehr schwer. Auch bei Figuren, die nur eingeführt wurden, um irgendwann zu sterben. Doran in der Kristall-Trilogie – nach gut der Hälfte stirbt er. In Himmelsfeuer gibt es nur einen vermeintlichen Todesfall, aber im Unsterblichen-Epos stirbt zu Beginn des letzten Teils eine wichtige Figur, was mir nicht leicht von der Hand gegangen ist.
Am schwierigsten war es bei Valo in der Kristall-Trilogie.
Bis jetzt.

Ich möchte mit „Unter Freunden“ die Thriller-Reihe abschließen. Eine liebgewonnene Figur stirbt. Heute kam noch eine zweite dazu – eine, von der ich nicht gedacht hätte, daß ich das wirklich tue. Aber für die Dramaturgie der Geschichte war es der beste Abschluß.
Und es gehört immer noch dazu. Man muß auch mal ernst machen. Man kann nicht immer schwarzmalen und hinterher doch ständig Happy Ends servieren.

Im ersten Teil der Thriller-Reihe stirbt Caroline Lewis. Das war nicht immer so, in der ersten Version des Textes hatte sie überlebt. Das war aber auch dramaturgisch so furchtbar, daß ich mich dann doch dafür entschieden habe, sie sterben zu lassen.
So ähnlich war das heute auch.

Irgendwie ist das ein deprimierendes Ende. Ich muß mir morgen überlegen, wie ich die Kurve zu einem befriedigenden Ende für die Thriller-Reihe kriege.
Oder braucht es das gar nicht? Befriedigend im Sinne von fröhlich. Muß eine Reihe um eine Profilerin fröhlich enden?

Markt der Möglichkeiten

Manchmal ist das so eine Sache mit der Inspiration. Die macht, was sie will. Ich habe ja – wie hier auch nachzuverfolgen ist – fleißig an meinem elften Teil gearbeitet und ihm zwischenzeitlich sogar einen Arbeitstitel verliehen.
Aber dann.
Dann wurde ich als religionskritischer Mensch mit dem selbstgemachten Problem konfrontiert, mich in eine religiöse Fanatikerin einfühlen zu müssen. Ich hatte im Vorfeld nicht bedacht, wie schwer mir das fallen könnte.
Eine Lösung habe ich auch immer noch nicht. Jedenfalls nicht für dieses Problem. Für zu schreibenden Text allerdings schon, denn bei der Einführung der neuen Profilerin Sienna habe ich mir überlegt, daß sie eine traurige Vergangenheit hat und aufgrund des Mordes an ihrem kleinen Bruder Profilerin werden wollte.

Daraus läßt sich mühelos eine eigenständige Story stricken! Und genau das tue ich jetzt. Ich vertage meine Identifikationsprobleme mit der Fanatikerin und widme mich der Vergangenheit meiner neuen Profilerin. Andrea beschließt nämlich, gemeinsam mit Sienna an der Aufklärung des Mordfalles zu arbeiten und fährt mit ihr nach Cheshire.
Und das, obwohl auch ihr Privatleben wieder einmal Kopf steht, wenn auch diesmal aus traurigen Gründen. Aber auch bei ihr und Sienna steht bald alles Kopf …

Ran an die Kohle!

Eigentlich sind die Zeichnungen ja schon länger fertig. Nur hatte ich geplant, ihnen noch weitere hinzuzufügen und DANN ein Blogpost zu verfassen … irgendwie kam es da jetzt noch nicht zu, von daher veröffentliche ich die vier jetzt auch endlich mal.

Angefangen habe ich mit einer wichtigen Person, die mir bislang noch gefehlt hat: Anna, Mutter von Gregory und Jack.

Anna

Anna

Es ist auch immer Zeit für eine neue Zeichnung von Gregory.

Gregory

Gregory

Für Andrea und Greg ist auch immer Zeit.

Andrea und Greg

Andrea und Greg

Und nun, endlich, gibt’s auch mal eine Zeichnung meines Serienmörders Jonathan Harold. Ich wußte schon lang, wie er aussehen soll, aber bislang mangelte es an der passenden Vorlage.

Jonathan Harold

Jonathan Harold

Mal schauen, womit es weitergeht!

„Mythos“ Profiling?

Ich bin schwer begeistert. Was passiert, wenn man mit jemandem spricht, der vom Fach ist und nicht mit einem Drehbuchautor? Im Falle des Interviews mit dem deutschen Profiler Alexander Horn ein wirklich realistischer Einblick: Klick mich!

Dieses Interview ist das gefundene Fressen für mich. Ich bin nicht mal vom Fach wie er und mich nervt die übertriebene Darstellung von Profilern ja auch. Wenn ich da jetzt mal an den Film „Mindhunters“ denke – die Herrschaften sitzen gemeinsam an der Bar und prophezeien en détail, was wann wie passieren wird und warum. Natürlich kommt es dann auch genau so.

Sieht unterhaltsam aus, ist es auch, ist aber völliger Humbug. Genau so wie mir auch in Romanen schon verschiedentlich Profiler begegnet sind, die ein hübsches Klischee abgeben. Kürzlich noch bei Wallander gehabt, der war fast so ähnlich wie der Profiler in Becketts „Kalte Asche“. Ich weiß noch, wie der die Leiche auf denkwürdige Weise anstarrte und versuchte, die Faszination nachzuvollziehen, die der Täter bei der Durchführung der Tat empfunden haben muß.

Nein, Profiler haben kein Rad ab. Das weiß ich, seit ich selbst ein Profiling-Seminar besucht und dort echte Tatortfotos gesehen und analysiert habe. (Ganz unschätzbare Erfahrung, wenn man über diese Arbeit schreiben will.)

Es war tatsächlich möglich, völlig unemotional über den möglichen Tathergang und die Motive zu philosophieren, aus der Liegerichtung des plattgedrückten blutigen Grases irgendetwas abzuleiten oder aus den Schnittstellen an der gefundenen Unterwäsche. Natürlich nach einem ersten Schreckmoment, aber Objektivität ist möglich – und wichtig.

Es war mir ja immer ein Anliegen, über Profiling-Arbeit zu schreiben, wie sie wirklich ist. Da es hierzulande nicht sehr einfach ist, selbst Profiler zu werden, mußte ich mich hinsichtlich der Recherche mit dem begnügen, was ich kriegen konnte. Aber das war auch schon eine ganze Menge. (Das mit Deutschland und Profilern ist übrigens der Grund dafür, daß meine Thriller in GB spielen. Da ticken die Uhren in dem Bereich etwas anders.)

Bei der Lektüre des oben verlinkten Artikels habe ich jedenfalls verdächtig oft genickt. Ich hoffe, daß ich beim Schreiben die Profiling-Arbeit ähnlich nachvollziehbar darstellen konnte wie Herr Horn in diesem Artikel.

Eine Frage der Perspektive

Ich habe keine Lieblings-Erzählperspektive. Die meisten meiner Fantasy-Romane habe ich aus auktorialer Perspektive erzählt, geändert hat sich das erst bei „Himmelsfeuer“. Ab und an schreibe ich auch mal gern aus der Ich-Perspektive und habe das einfach fortgesetzt, ganz ohne spezielle Hintergedanken.
Viel zu spät bin ich auf den Gedanken gekommen, daß es sich aber aus auktorialer Perspektive wesentlich eleganter erzählt. Wenn ich aus der Ich-Perspektive schreibe, drängt sich da zu sehr die Stimme der Figur rein, die gerade erzählt. Klar wurde mir das erst vor kurzem und da habe ich noch den Aufwand gescheut, die Perspektive zu ändern. Aber als nun der Impuls von der Agentur kam, es zu tun, habe ich mich sofort drangesetzt.
Gewinnbringend, wie ich denke. Aus alt:

„Wie lang bist du schon hier?“
„Ein Jahr.“
Schon ein ganzes Jahr. Ich sah mich noch immer, wie ich zu Hause vor dem Fernseher saß und wartete. Es war bereits spät, mindestens zwei Uhr nachts. Ich hörte noch das Klingeln an der Haustür, sah mich aufstehen und den Polizisten die Haustür öffnen.
„Wir haben leider eine traurige Nachricht für Sie.“
Eine traurige Nachricht. So nannte man es also, wenn man jemandem mitteilte, daß seine ganze Familie tot war. Einfach so. Als ich am nächsten Tag vor den Scherben der Autoscheiben gestanden hatte, hatte ich auch auf die Scherben meines bisherigen Lebens geblickt.
Ich schluckte hart und schob den Gedanken an meine Familie mit Gewalt beiseite. Trotzdem drang Gregorys Stimme wie durch Watte zu mir vor.
„Und was studierst du?“

mach neu:

„Wie lang bist du schon hier?“
„Ein Jahr.“
Dabei hatte diese Zeitspanne nicht zum Vergessen beigetragen. Es gab noch immer diese Momente, in denen Andrea sich sah, wie sie nachts um zwei zu Hause wartend vor dem Fernseher saß. Auf das Klingeln an der Haustür hin war sie aufgestanden und hatte zwei Polizisten die Haustür geöffnet.
„Wir haben leider eine traurige Nachricht für Sie.“
So nannte die Polizei es, wenn sie jemandem mitteilte, daß seine ganze Familie tot war. Als Andrea am nächsten Tag vor den Scherben der Autoscheiben gestanden hatte, hatte sie auch auf die Scherben ihres ganzen bisherigen Lebens geblickt.
Sie schluckte hart und schob den Gedanken an ihre Familie gewaltsam beiseite. Trotzdem reagierte sie nicht gleich auf Gregorys Frage.
„Und was studierst du?“

Aus irgendeinem Grunde, den ich noch nicht nachvollziehen kann, gewinnt der große Showdown später sogar noch an Intensität, obwohl er nun nicht mehr aus der Ich-Perspektive erzählt ist. Dabei hält sich der Änderungsaufwand tatsächlich in Grenzen. Hauptsächlich geht es um die Änderung von Pronomen, manchmal um die Ergänzung einer Sichtweise – und manchmal um die Ergänzung ganzer Passagen.
Ich hoffe, ich bin nicht irgendwann betriebsblind geworden!

Erfahrungen mit CreateSpace

Ich finde, Selfpublishing ist nicht die schlechteste Idee. 2005 habe ich, um Erfahrungen zu sammeln, den Weg über Books on Demand gewählt. Damals kostete das Basispaket 360 Euro und beinhaltete eine ISBN, das Mastering und einiges mehr an Abwicklung. Fair, wie ich fand und ich bereue auch bis heute nicht, BoD ausprobiert zu haben, weil ich viel über die Funktionsweise der Buchbranche, Vertriebswege und viele andere Dinge gelernt habe. Es war eine interessante und lehrreiche Erfahrung.
Und eine weitaus positivere als die, die ich später in Richtung Kleinverlag gegangen bin, denn auch unter denen gibt es schwarze Schafe. Da sollte man wirklich aufpassen und die Spreu vom Weizen trennen.

Ein noch weitaus interessanterer Weg als Books on Demand ist in meinen Augen Amazons CreateSpace, seines Zeichens auch ein on Demand-Anbieter, allerdings in den USA. Bis zur Aktion, daß man als NaNoWriMo-Gewinner 5 Bücher kostenlos von CreateSpace bekommt, wußte ich von diesem Anbieter noch gar nichts – aber ich muß sagen, meine Erfahrungen sind sehr positiv!
Da spielt man doch glatt mit dem Gedanken, wirklich noch die eine oder andere (gut gemachte!!!) Indie-Publikation auf den Weg zu bringen, das schließt die Verlagssuche ja nicht aus, wenn man es mit anderen Texten tut.

Kurz vor Weihnachten habe ich also, wie im vorangegangenen Posting bereits erwähnt, eine Handvoll meiner Bücher genommen und bei CreateSpace angelegt, um mir je 5 Freiexemplare zu sichern. Eine schön unkomplizierte Sache, denn man wird gut verständlich durch alle Schritte geführt. Etwas unflexibel fand ich die Möglichkeit, den Textkörper per Word oder PDF bereitstellen zu müssen, denn für meine Zwecke war es mir zu aufwendig, in Grafikprogrammen eine gute PDF zu erstellen und layouten in Word ist ziemlich krampfig, aber gut.

Praktisch ist, daß man sich einen digitalen Proof seines Werkes anschauen kann. Der hat zwar auch so seine Tücken, denn wie ich inzwischen festgestellt habe, sind die Ränder im Buch dann doch etwas schmaler und in zwei von fünf Büchern fehlen Seitenzahlen. Ich weiß nicht, warum.

Beim Cover hat man mehrere Möglichkeiten. Man kann ein eigenes hochladen oder den CS-eigenen Cover Creator nehmen. Obwohl ich gerne mit Photoshop arbeite, war ich in diesem Fall für fünf privat zu gebrauchende Bücher zu faul, mir selbst was zu bauen, weil teils ganz schöne Vorlagen dabei sind, die man auch gut anpassen kann. Jedes Layout hat nochmal Unterlayouts und man kann eigene Fotos hochladen.
Das Gestalten ging ganz fix und förderte ein ansprechendes Ergebnis zutage.

CreateSpace verspricht, innerhalb von 48 Stunden Druckfreigabe zu erteilen und hat das jedes Mal noch deutlich unterboten. Vielleicht kam mir da die Zeitverschiebung zugute.
Bei einer richtigen Veröffentlichung würde ich auf jeden Fall einen echten Proof anfordern und mich nicht auf den Digital Proofer verlassen, aber diesmal habe ich ja nur Bücher für den Privatgebrauch erstellt und alle Veröffentlichungskanäle abgewählt.
Ärgerlich ist, daß man für Tantiemenauszahlung eine amerikanische Steuernummer braucht – und zum Bestellen eigener Exemplare eine Kreditkarte. Aber gut.

Nun zum Wesentlichen: Die Qualität der Bücher ist super. Das sage ich mit Einschränkungen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Bücher nur dann perfekt verarbeitet sind, wenn sie nicht zu dick sind. Bei einigen meiner dickeren Exemplare habe ich welche mit extrem schmalem Rand dabei, bei einem ist der Rücken nicht ganz akkurat geschnitten.
Das passiert aber nur bei den 700 Seiten-Monstern, bei dem mit 480 ist alles perfekt.

Das Hochglanzcover ist schön, das Innenleben sieht professionell und sauber aus. Man könnte die Bücher so nehmen und in einen Laden stellen, da würden die nicht weiter auffallen. Und auch, wenn ich diesmal nichts bezahlt habe – die Herstellungskosten halten sich wirklich in Grenzen, vor allem wenn ich mal mit BoD vergleiche.
Auch die Papierqualität ist gut. Zufrieden war ich auch mit dem schnellen und zuvorkommenden Service.

Da müßte ich wirklich mal was indie-mäßiges machen …

The NaNoWriMo Experience

Ich muß wieder regelmäßiger bloggen. Dumm nur für ein Blog übers Schreiben, wenn man nichts übers Schreiben berichten kann.
In Bezug auf den November stimmt das nicht ganz, denn ich habe den NaNoWriMo mitgemacht. Und das, obwohl ich letztes Jahr dessen Existenzberechtigung noch in Frage gestellt habe.
Völlig zu recht übrigens!

Ich habe überhaupt bloß mitgemacht, weil ich etwas brauchte, um mich zu motivieren. Mit meiner Thriller-Reihe hänge ich immer noch in der Luft, die Agentursuche läuft. Auch eine Manuskriptprüfung läuft.
Aber schon ewig, und Ungewißheit nervt. Solange nichts entschieden ist, kann ich mich nicht unvoreingenommen an die Thriller-Reihe setzen, und das, obwohl ich schon eine neue Idee habe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wollte eine reine Spaßgeschichte, nur für mich und meine Schublade, im November schreiben. Denn wie ich ja im letzten Jahr schon festgestellt habe, könnte ich in einem Monat das doppelte Pensum schaffen.
Also habe ich geplant und mich in Vorfreude gesuhlt, ungefähr den halben Oktober lang. Ich habe Tage gezählt, um endlich anfangen zu können. Konnte es kaum erwarten.
Und dann, pünktlich am 29. Oktober, verließen mich Lust und Inspiration.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Geschafft habe ich den NaNo trotzdem. Aber es ist nicht das draus geworden, was draus hätte werden können.
Meine Lehre daraus: Ich werde nie, nie wieder künstlich auf irgendein Datum warten, um mit dem Schreiben anzufangen. Daß das schiefgehen muß, hatte ich vor einem Jahr schon vermutet: „Meine Inspiration hält sich nicht an den Kalender.“
Nee, tut sie auch nicht! Sie hat den Oktober über in mir getobt und rechtzeitig vor Beginn gesagt: Nö, jetzt will ich nicht mehr. Jetzt kannst du mich mal.

Tatsächlich habe ich das alles nur durchgezogen, weil es mir jetzt zu peinlich gewesen wäre, zu scheitern. Aber das ist ein schlechter Grund. Die 60.000 Wörter, die dabei rumgekommen sind, haben nur mäßig Spaß gemacht.
Ich habe auch festgestellt, daß ich den Austausch mit anderen nicht mehr brauche. Früher hätte ich alles dafür gegeben, aber heute nicht mehr. Ich habe meinen Mitstreitern im Tintenzirkel fasziniert dabei zugeschaut, wie sie sich über das Schreiben ausgetauscht haben, ohne etwas dazu beitragen zu wollen oder zu können.

Ich habe fasziniert dabei zugeschaut, wie Menschen 20.000 Wörter am Tag schreiben. Ich zitiere mich selbst aus dem Forum:

Ich schreibe seit vielen, vielen Jahren sehr regelmäßig und habe festgestellt, daß ein realistisches Pensum, bei dem man noch keinen Müll schreibt, für mich bei etwa 4000 Wörtern liegt. Das ist nicht wenig, wie ich hier festgestellt habe. Soviel kann ich dann auch immer liefern, das ganze Jahr über. Es gibt sogar auch Ausreißer, bei denen auch ich mal 10 oder 11k schaffe. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Tag, wo ich nur geschrieben habe, unterbrochen von zweimal kurz Uni und einmal essen. Von Bett bis Bett nur schreiben, und die Pausen waren total wichtig. Aber k.o. war ich noch zwei Tage später.
Und ich KANN mir nicht vorstellen, wie man mehr schaffen kann. Mit Katheter? Pipeline vom Kühlschrank in den Magen? Im Bunker?
Vor allem: Wo bleiben da Spaß und Qualität? Ich weiß, um Qualität geht’s hier nicht wirklich, sondern um Spaß. Aber wissentlich, ich sag’s mal so, Schrott zu produzieren, bringt mir jetzt keinen Spaß.

Es bringt mir auch keinen Spaß, wer weiß wie schnell fertig sein zu wollen.
Ernsthaft, was soll das alles?

Unterm Strich kann ich behaupten: Letztes Jahr habe ich mich in Mutmaßungen über den NaNo ergangen. Dieses Jahr habe ich sie bestätigt. Inzwischen weiß ich, wovon ich rede, und ich werd’s nicht mehr tun. Allen, die diesem Programm etwas abgewinnen können, sei es gegönnt.
Aber ich hake das Thema für mich ab und widme mich jetzt ganz ernstgemeint der Neuauflage meiner Endzeitgeschichte, die ich gerade geplant habe.

And I feel good …

Ich kann nicht einfach nur so schreiben. Zum Spaß. Für mich. Das reicht mir nicht. Ich brauche das gute Gefühl, daß das, was ich da schreibe, auch gelesen wird. Daß es einen Sinn hat, zu schreiben.
Dieses Gefühl versuche ich jetzt dadurch wiederherzustellen, indem ich mich auf eine erneute Agentursuche begebe. Aber da gibt es noch etwas anderes: Die Erkenntnis, daß ich ohne Schreiben nicht sein kann.

Das ist wirklich beängstigend. Es sind ja schon Studien mit Autoren durchgeführt worden, bei denen herauskam, daß die Hirne von Schreibern beim Schreiben ähnlich arbeiten wie die von Drogensüchtigen bei Suchtstoffzufuhr. Gruselig, aber ich kann das bestätigen.
Vielleicht ist es aber auch nur jahrelange Gewohnheit. Was auch immer es ist, aber ich fühle mich nur rundum glücklich und geerdet, wenn ich schreibe. Sonst fehlt mir etwas. Jeder Tag ohne Schreiben ist ein verlorener Tag.
Klingt erschreckend, ist es vielleicht auch – aber ich kann es nicht ändern. Ich MUSS schreiben. Nur dann bin ich ich selbst.

Ich habe jetzt mit einer neuen Geschichte angefangen. Nach langem Überlegen ist mir etwas eingefallen, was in meinem Thriller-Universum noch nicht vorkommt, und daran arbeite ich jetzt. Vor zwei Tagen habe ich angefangen, heute habe ich sogar eine ganze Menge geschrieben, und es fühlt sich sooo gut an.
Dann mal weiter!