Bericht aus dem Allerheiligsten

Ich kann mich ja nicht für alles begeistern, was anderen Autoren die Socken auszieht. Der NaNo gehört beispielsweise nicht dazu, der muß fortan ohne mich auskommen. Und bislang habe ich mich auch gefragt, was man als handelsüblicher, kleiner, nicht sehr veröffentlichter Autor davon haben soll, zur Buchmesse zu fahren.
Inzwischen habe ich eine Antwort auf diese Frage.

Die ist nicht unmaßgeblich von der Tatsache beeinflußt, daß ich zwei Tage als Fachbesucher da war und de facto gearbeitet habe, nämlich für meinen Brötchengeber flipintu.com. Es ist noch mal etwas ganz anderes, wenn man nicht nur gekommen ist, um den tollen Geruch bedruckten Papiers zu inhalieren, sondern wenn man ein eigenes Namensschild trägt und dazugehört.
Aber es ist, natürlich auch und gerade für Besucher, rundheraus schön, sich in so vielen Hallen und so weitläufig mit Büchern zu umgeben. Bücher, wohin das Auge sieht. Bücher aller Genres, aus anderen Ländern, große und kleine, dicke und dünne. Bücher sind toll und es ist schön, sich den ganzen Tag welche anzugucken. Was man in Frankfurt machen kann, bis man nicht mehr kann. Man versinkt innerhalb der weitläufigen Messehallen in einem Mikrokosmos, in dem ich mich schon beim Betreten der Messe wohl gefühlt habe. Sofort. Das alles hat ja schon fast etwas Mystisches.

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Vor allem das Agentencenter, in dessen Innerstes ich gestern tatsächlich vordringen durfte. Besonders gemütlich ist es darin, verglichen mit dem Rest der Messe, ja nun wirklich nicht. Tische in Längs- und Querreihen, eingebunkert von Holzwänden und abgeschirmt durch kritisch guckende Menschen, die einen nur reinlassen, wenn man einen guten Grund vorzuweisen hat (ich hatte einen). Mir hat man ein knallrotes Kärtchen in die Hand gedrückt, das mich zum Betreten des, wie man glauben konnte, Allerheiligsten der Messe berechtigt hat. Ich hatte nämlich ein Gespräch mit meiner Agentur.

Ein sehr nettes und aufschlußreiches Gespräch, wie ich finde. Und es stellt sich heraus: Das ist alles sehr viel weniger magisch, als man denkt. Aber natürlich wird dieser Eindruck dadurch befeuert, daß man die Mechanismen nicht versteht, die da wirken. Und daß die Agenten sich – verständlicherweise – einbunkern. Dabei ist Veröffentlichen kein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe gestern gelernt, daß es ein Geschäft mit vielen Unwägbarkeiten ist. Man kann gut sein, den richtigen Text anbieten – aber leider hat der Verlag gerade etwas ähnliches eingekauft. Man kann auch ganz oft abgelehnt und hinterher genommen werden und dann unverhofft einen Bestseller landen. Man darf auch niemals hingehen und irgendwelche Pauschalbehauptungen aufstellen à la „es ist ein gutes/schlechtes Zeichen, wenn es schnell/langsam geht“. Es dauert so lang, wie es dauert, und das ist eben meistens leider eine ganze Weile. Und dann braucht man Glück.

Ich hoffe, ich habe welches 😉

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